Nudeln sind ein Kulturakt

Vom Korn zur Pasta

 Im Etymologie-DUDEN heißt es sinngemäss: „Nudeln“ bedeutet, aus einem Teig kleine Röllchen machen, die einer Gans in den Hals gesteckt werden. Der Zweck ist auch klar, eine fette große Gänseleber produzieren. Einfach nur Getreidekörner in den geschundenen Schlund zu stecken, das funktioniert aber auch nicht. Zumindest erklärt sich das Wort nun für den europäischen Sprachraum.

Ob nun die Chinesen, oder wer auch immer zuerst die Teigstreifen machte, dieselbe Grundabsicht hatten – das wird wohl nur eine länderübergreifende globale etymologische Untersuchung bringen. Leider ist in diesen Zeiten kein Geld für solche „Späße“ da. Also können wir weiter raten. Der Ansatzpunkt der zentralen Frage ist doch, warum wir nicht nur die Getreidekörner essen, oder zumindest zerstampfte Getreidekörner.

Um es gleich vorauszuschicken, wir landen in der Müllereitechnik und in der Keimungsphysiologie. Das Getreidekorn ist hart, wenn wir es so essen, beißen wir uns die Zähne aus. Also wird es früher oder später eingeweicht. Nur da wird es für eine Zeit giftig.  Das ist nun mal so. Das Getreidekorn schützt sich, oder sollen wir sagen, es wird von eigenen Stoffen vor Fraß und mikrobiellem Angriff in der Erde geschützt. Solange bis es Wurzeln hat und der Keim aus der Erde spitzt. Nun, ein verdorbener Magen macht wohl erfinderisch und mit dem ersten Mehl auf dem Reibestein und dann noch dazu Regen und schon ist eine neue Erkenntnis dazu kommen. Wenn Mehl nass wird, verwandelt es sich in einen Teig! Ein Transformationsprozeß mit Folgen für die Menschheit. Italienisch: „pasta“ heißt „Teig“, und eben nicht Nudel. Da haben wir das Punktum Spicatum, eine neue Basismasse ist geboren. Ein neuer „Werkstoff“, ein neuer Geschmack, etwas das zum Gestalten anregt. Eine ganze Wertschöpfungskette ist geboren. Die Müllereitechnik, die Bäckerei, die Nudelherstellung.

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